Demokratie

Demokratie (griechisch: dēmos = „Staatsvolk“ und kratós = „Gewalt“, „Macht“, „Herrschaft“ also wörtlich: „Herrschaft der Bürger“), bezeichnet im modernen Gebrauch ein Regierungssystem, in dem die Bürger die Macht direkt oder indirekt ausüben, um ein Gremium wie ein Parlament zu bilden. Demokratie wird auch als „Herrschaft der Mehrheit“ bezeichnet.

Die westliche Demokratie, im Unterschied zu jener, die in sogenannten vorzivilisierten Gesellschaften existierte, wird als eine Weiterentwicklung der im alten  Athen und der römischen Republik entwickelten Regierungs- bzw. Herrschaftsform.

 

Demokratie — Begriffsbestimmung

Demokratie hat sich in der jüngeren Geschichte (also in den letzen 50 Jahren) unter den Selbstbezeichnungen von Staaten als beliebteste durchgesetzt. Auch offensichtliche totalitäre Staaten oder Parteien schmücken sich gerne mit dem Adjektiv „demokratisch“.

Die Demokratie begründet ihren Glanz mit einer Handvoll von Schlagworten (die Liste ist nicht vollständig):

Legitime Herrschaft
als Gegenpol zu selbsternannten oder gottgegebenen Herrschern – wobei da vielleicht kein Unterschied besteht.
Gewaltenteilung
die Verteilung der Staatsgewalt auf mehrere Staatsorgane zum Zwecke der Machtbegrenzung, und zwar zum Schutz des
Individuums
im Sinne von Freiheit und Gleichheit.
Mehrheitsprinzip
Eine Gruppe entscheidet per Abstimmung – wobei „Mehrheit“ dann noch einmal quantifiziert werden kann; siehe 2/3 Mehrheit.
Volkssouveränität
das Volk als Träger der Staatsgewalt – da es per Wahl bestimmt, wer den Staat für eine bestimmet Zeit (meist um die 4 Jahre) leiten und lenken darf und soll.

Ein Weltverbesserungsanspruch oder missionarischer Auftrag lässt sich weder aus diesen Kriterien noch aus der Verfassung ableiten. Dennoch spielt die Vorstellung einer Demokratisierung der islamischen Welt eine wesentliche Rolle im gesellschaftlichen Diskurs vieler sogenannter „westlicher“ (meist auch gleichzusetzen mit „christlichen“) Staaten. Auch wenn die Trennung von Staat und Kirche in vielen Verfassungen festgeschrieben (aber nicht immer so umgesetzt) ist.

Demokratie ist das Mantra, das, geradezu mit rituellem Eifer angestimmt, als Lösung für jedes, aber auch wirklich jedes Problem, allen nicht-demokratischen Ländern empfohlen wird. Wobei heutzutage „nicht“-demokratisch gerne als moralisches Urteil und weniger als Kategorie genutzt wird – und nicht nur Staaten sondern auch Nicht-Wählern um die Ohren geschlagen wird.

 


Und wo es um Staatsformen geht, ist die UNO nicht weit. Die UNO ist ein Zusammenschluss von 193 Staaten, gegründet nach dem 2. Weltkrieg (damals von etwa 50 Mitgliedern).

Alle bis ins Knochenmark demokratisch? Und wenn nein, gibt es einen „Club“ mit dem Ziel „Förderung & Weiterentwicklung der Demokratie“?

11 Staaten sind Stand 2012 nicht Mitglied (und nein, beide Korea-Staaten sind dabei). Hier eine nicht ganz ernst gemeinte Umfrage der Uno zum Thema Völkerverständigung innerhalb der Vereinten Nationen.